Woher kommt Curcumin?

Kurkuma (Curcuma longa), auch Gelber Ingwer oder Gelbwurz, aus der Familie der Ingwergewächse ist in Indien und Südostasien heimisch. Das aus dem Wurzelstock der Pflanze gewonnene Curcumin wird u.a. für die Herstellung des Curry-Pulvers und als natürlicher Farbstoff verwendet. In der traditionellen Naturkunde Indonesiens und Indiens (Ayurveda) wird Kurkuma bereits seit mehreren Tausend Jahren eingesetzt. Hierfür relevante Inhaltsstoffe sind die polyphenolischen Bestandteile (sekundären Pflanzenstoffe), insbesondere Curcumin, Demethoxycurcumin und Bisdemethoxycurcumin und rund 90 weitere Curcuminoide und Tetrahydrocurcuminoide. Zu ihnen gibt es mittlerweile über 6000 wissenschaftliche Studien.

Was ist der Unterschied zwischen Curcumin, Curcuma, Kurkuma und Curcuminoiden?

Curcuma / KurkumaCurcuma / Kurkuma ist der Name der kompletten Pflanze, die auch ‚Gelber Ingwer‘ oder ‚Gelbwurz‘ genannt wird und zu den Ingwergewächsen gehört. Sie ist in Indien und Südostasien heimisch. Kurkuma enthält bis zu 5% Curcuminoide.
Curcuma longaDas ist der botanische Name der Kurkuma-Pflanze.
CurcuminCurcumin ist der für die Gesundheit förderliche Hauptinhaltsstoff von Kurkuma. Curcumin und weitere Curcuminoide und Tetrahydrocurcuminoide gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, der Phenole.
CurcuminoideGruppe von Sekundären Pflanzenstoffen, zu denen das Curcumin gehört.

Wo kann ich Curcumin kaufen?

Hochwertige Curcuminpräparate gibt es in Apotheken und Reformhäusern. Unser Curcumin Extrakt 45  ist darüber hinaus auch direkt in unserem Online Shop erhältlich. https://www.wolz.de/produkte/phyto/curcumin-extrakt-45

Warum hat Curcumin eine niedrige Bioverfügbarkeit?

Nur zwei bis fünf Prozent des Kurkumapulvers sind überhaupt Curcumin. Man müsste also Unmengen Kurkuma essen, um an die Wirksamkeit von Curcumin-Kapseln heranzukommen. Hinzu kommt, dass Curcumin fettlöslich ist und daher im wässrigen Darmmilieu nur schlecht aufgenommen wird. Oral aufgenommenes natürliches Curcumin wird aus diesem Grund zu 90 Prozent wieder ausgeschieden. Das wenige Curcumin, das tatsächlich aufgenommen wird, wird schnell verstoffwechselt und auch schnell wieder ausgeschieden. Zudem bleibt es auch nur kurz im Blut, so dass die Versorgung der Organe nur in geringem Maße erfolgt. Vor diesem Hintergrund sollten also Präparate gewählt werden, bei denen die Bioverfügbarkeit des Curcumins erhöht wurde.

Warum Curcumin und Piperin oder schwarzer Pfeffer zusammen?

Oft wird die Bioverfügbarkeit von Curcumin mit Piperin (Pfeffer) erhöht. Zwar steigt die Blutkonzentration daraufhin, hält aber nur eine Stunde an und sinkt dann schnell auf den ursprünglichen Wert. Mit Piperin kann also bei weitem nicht die nachhaltige Absorptionsrate erreicht werden, wie sie mithilfe von anderen Hilfsstoffen (z.B. Cyclodextrin) möglich ist. Zudem reizt Piperin die Darmschleimhaut und kann die Wirkung von Medikamenten beeinflussen (ähnlich wie bei Grapefruit).

Was ist die beste Möglichkeit, um Curcumin besser bioverfügbar zu machen?

Die beste Möglichkeit, um die Bioverfügbarkeit von Curcumin zu erhöhen, ist die Nutzung von Cyclodextrin. Dabei werden die fettlöslichen (lipophilen) Curcuminmoleküle in einen Ring von Glucosemoleküle (Cyclodextrine) eingebettet, und zwar so, dass sich eine hydrophile (wasserliebende) Außenseite und in ihrem Innern ein lipophiler, also fettfreundlicher Hohlraum ergibt. In diesem Hohlraum hält sich das Curcumin-Molekül auf, bis es im Darm angelangt ist. Dort wird es von den Cyclodextrinmolekülen einzeln zur Darmwand transportiert, wo es aufgenommen werden kann, während das Cyclodextrin abgebaut und ausgeschieden wird. Im Gegensatz zu anderen Methoden wie Piperin oder Polysorbaten (Micellen) greift das natürlicherweise auch im Körper vorkommende Cyclodextrin nicht nachteilig in den menschlichen Stoffwechsel ein, hat also keine Nebenwirkungen. 

Was ist Cyclodextrin?

Cyclodextrine sind natürliche Abbauprodukte von Stärke, die auf biotechnologischem Weg durch den enzymatischen Abbau aus stärkehaltigen Rohstoffen wie Mais oder Kartoffeln gewonnen werden. Dabei handelt es sich um Traubenzucker, also Glucosemoleküle, die auch im Körper vorkommen und deren Moleküle aus mehreren, zu einem Ring verknüpften Glucose-Bausteinen bestehen.

Curcumin Kapseln oder flüssig?

Flüssige Curcumin-Präparate werden in der Regel mit Micellen-Technologie höher bioverfügbar gemacht. Dazu werden Emulgatoren wie Polysorbate verwendet, die auch in der Waschmittelindustrie verwendet werden. Hier ist Vorsicht geboten: im Tierversuch wurde festgestellt, dass Polysorbate ungünstigen Einfluss auf die Darmflora haben und Nebenwirkungen können.

Auch der Einsatz von Liposomen in flüssigen Curcuminpräparaten ist nicht unproblematisch. Denn bei Sojalecithin, das in der Regel für Liposomen und Phytosomen verwendet wird, handelt es sich um ein potenzielles Allergen. Zudem sind diese Komplexe recht instabil und daher werden Curcumin-Präparate mit Liposomen bzw. Phytosomen in der Regel mit Antioxidantien, Stabilisatoren und Lösungsmitteln verarbeitet, was zu Lasten von deren Natürlichkeit geht.

Vor diesem Hintergrund sind Kapseln die sicherste, praktischste und natürlichste Möglichkeit, Curcumin – auch hoch bioverfügbar- einzunehmen.

Was bedeutet 40fach oder 4000 Prozent?

Man liest oft „40fache“ Bioverfügbarkeit oder „Steigerung der Bioverfügbarkeit um 4000%“. Beides bedeutet das gleiche. Es ist nur eine andere Ausdrucksweise

Curcumin - Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit Medikamenten?

Curcumin ist im Allgemeinen sehr gut verträglich. Nebenwirkungen treten i.d.R. nur bei extremer Überdosierung auf (in Form Magen- Darmbeschwerden) oder wenn das Curcumin mit Polysorbaten (Micellen) kombiniert wird. Wegen der antithrombotischen Wirkung sollte Curcumin nicht mit blutverdünnenden Medikamenten eingenommen werden. Curcumin sollte auch nicht beim Vorliegen von Gallensteinen und bei Durchfällen angewendet werden.


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