Kurkuma – vor allem dessen sekundärer Pflanzenstoff, das Curcumin – wird immer beliebter. Sie wird nicht nur als Gewürz oder als Lifestyle-Getränk (Kurkuma-Latte) gerne verzehrt, sondern kommt auch in Form von Nahrungsergänzungsmitteln mehr und mehr zum Einsatz. Allerdings ist die Zahl der Anbieter mittlerweile so groß, dass man kaum noch durchblickt: Worauf kommt es beim Kauf von Kurkuma- bzw. Curcumin-Präparaten eigentlich an?   


Problem: Bioverfügbarkeit

Wer Kurkuma zur Unterstützung der Gesundheit nutzen möchte, sollte Folgendes bedenken: Kurkuma enthält nur einen geringen Anteil an Curcuminoiden – ungefähr zwei bis fünf Prozent. Zudem ist Curcumin fettlöslich und wird deshalb in der wässrigen Umgebung des Darmes nur schlecht absorbiert. Der Körper scheidet es zu rund 90 Prozent wieder aus. Dies bedeutet, dass man Unmengen von Kurkuma essen müsste, um tatsächlich eine positive Wirkung zu erzielen. Wer also wirklich von der positiven Wirkung des Curcumins profitieren möchte, sollte auf einen Curcumin-Extrakt in Kapselform zurückgreifen, bei dem die Bioverfügbarkeit des Curcumins sinnvoll erhöht wurde. 

Besonders wichtig: Tetrahydrocurcumin

Entscheidend für die positiven Wirkungen des Kurkumas ist dessen Gesamtkomplex aus sekundären Pflanzenstoffen. Diese umfassen nicht nur das Curcumin, sondern auch Demethoxycurcumin und Bisdemethoxycurcumin sowie rund 90 weitere Curcuminoide. Beim Abbauprozess im Körper wird u.a, das Tetrahydrocurcumin gebildet. Und dieser bioaktive Metabolit des Curcumins hat sich in Bezug auf die Wirkungen als noch effektiver erwiesen als das Curcumin selbst. Daher sind Aussagen zur Bioverfügbarkeit des reinen Curcumins unvollständig. Einige Anbieter, die eine xx-fache Bioverfügbarkeit reklamieren, beziehen sich nur auf das Curcumin, lassen aber die anderen Curcuminoide und das Tetrahydrocurcumin unberücksichtigt. Ein Vergleich mit Präparaten, welche die Zahl der Curcuminoide insgesamt als Grundlage nehmen, ist daher ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen. Dr. Wolz bezieht sich bei seinen Aussagen zur Bioverfügbarkeit auf die Gesamtcurcuminoide und greift sich nicht ein Curcuminoid wie das Curcumin heraus, um eine möglichst hohe Bioverfügbarkeit deklarieren zu können.

Schnelle Aufnahme ins Blut entscheidend

Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Thema Bioverfügbarkeit von Curcumin ist die Zeit, welche die Curcuminoide brauchen, um in den Blutkreislauf und damit zu den Zielorganen zu gelangen. Denn nur wenn die Curcuminoide in großem Umfang schnell ins Blut aufgenommen werden, kann der Stoffwechsel schnell angestoßen werden. Und nur dann kann auch schnell der wirksamere Metabolit Tetrahydrocurcumin gebildet werden. Das Dr. Wolz-Curcumin wird sehr schnell aufgenommen. Danach bleibt die erhöhte Konzentration für bis zu 12 Stunden bestehen. Diese hohe Bioverfügbarkeit des Dr.-Wolz-Curcumins gilt auch für das eigentlich wirksame Stoffwechselprodukt von Curcumin, nämlich das Tetrahydrocurcumin, das im Durchschnitt vier Mal höher im Blut nachgewiesen werden kann als bei Vergleichspräparaten. Selbst nach 12 Stunden ist noch ein höherer Wirkspiegel nachweisbar! Dies zeigt eine ganz aktuelle Studie aus dem Jahr 2021.5

Möglichkeit: Cyclodextrin

Die hervorragende Möglichkeit, um die Bioverfügbarkeit von Curcumin zu erhöhen, ist vor diesem Hintergrund zum aktuellen Stand der Forschung die Nutzung von Cyclodextrin. Hier kann eine rund 40-fach höhere Bioverfügbarkeit der Gesamtcurcuminoide erreicht werden.6 Dabei werden die fettlöslichen (lipophilen) Curcuminmoleküle in einen Ring von Glucosemolekülen (Cyclodextrine) eingebettet, und zwar so, dass sich eine hydrophile (wasserliebende) Außenseite und in ihrem Innern ein lipophiler, also fettfreundlicher Hohlraum ergibt. In diesem Hohlraum hält sich das Curcuminmolekül auf, bis es im Darm angelangt ist. Dort wird es von den Cyclodextrinmolekülen einzeln zur Darmwand transportiert, wo es aufgenommen werden kann, während das Cyclodextrin abgebaut und ausgeschieden wird. Im Gegensatz zu anderen Methoden wie Piperin oder Micellen (mit PVP oder Polysorbaten) greift das aus Stärke gewonnene Cyclodextrin nicht nachteilig in den menschlichen Stoffwechsel ein, hat also keine Nebenwirkungen.

Hierauf sollten Sie beim Kauf eines Curcumin-Präparats achten:

  • Erhöhte Bioverfügbarkeit der Gesamtcurcuminoide
  • Keine unnötigen oder problematischen Zusatzstoffe (z.B. Aromen, Magnesiumsalze der Speisefettsäuren, Phosphate)
  • Relative Bioverfügbarkeit des Tetrahydrocurcumins
  • Bioverfügbarkeit des Curcumins im Blutplasma nach einer Stunde

1 Chassaing, B. et al.: Dietary emulsifiers impact the mouse gut microbiota promoting colitis and metabolic syndrome. March 2015. Nature, DOI: 10.1038/nature14232

2 Viennois, E. et al.: Dietary Emulsifier-Induced Low-Grade Inflammation Promotes Colon Carcinogenesis. Cancer Res. 2017 Jan 1;77(1):27-40. doi: 10.1158/0008-5472.CAN-16-1359. Epub 2016 Nov 7.

3 Rönnau, A.C. et al: Anaphylaxis to polyvinylpyrrolidone in an analgesic preparation. Br J Dermatol. 2000 Nov;143(5):1055-8.

4 Adachi A. et al.: Anaphylaxis to polyvinylpyrrolidone after vaginal application of povidone-iodine. Contact Dermatitis. 2003 Mar;48(3):133-6.)

5 Hundshammer C, et al: Enhanced metabolic bioavailability of tetrahydrocurcumin after oral supplementation of a g-cyclodextrin curcumin complex Journal of Functional Foods 79 (2021) 104410

6 Purpura et al.: (2017). Analysis of different innovative formulations of curcumin for improved relative oral bioavailability in human subjects. European Journal of Nutrition.


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